Der Große Emu  (Dromaius novaehollandiae) ist ein flugunfähiger Laufvogel und die einzige überlebende Art der Familie der Emus in Australien.

Zwei Arten sind erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorben.

Sie kamen vor der Küste von Süd-Australien auf dem Kangaroo Island (Känguruhinsel-Emu (D. baudinianus)  und auf King Island (Schwarzer Emu (D. ater) vor, beide Arten bevorzugten bewaldete Gebiete.

 

 

Dromaius baudinianus, Museum Paris

Dromaius baudinianus

 

Dieser Emu soll ein Zwergemu gewesen sein, 1801 bei Nepean Bay von Flinders entdeckt, 150 km weiter westlich fand auch Baudin diese Emu´s und nannte sie "Ravine des Casoars". Er fing 2 Exemplare zusammen mit 27 Känguruh´s und brachte sie mit zurück nach Frankreich. Sie lebten in Paris über 20 Jahre ohne zu brüten.

1819 soll es noch reichlich Tiere gegeben haben, 1827 waren sie ausgerottet. Man vermutet, das die Brandrodungen viele Nester zerstörten, die Bejagung gab ihnen den Rest.

 

 

Dromaius ater

Der Naturwissenschaftler François Péron entdeckte auf einer Expedition 1802 auf King Island diese Art, welche etwa halb so groß wie heute lebende Emu´s war (140 cm, 23 kg).

Jagd und Besiedlung rotteten die Tiere bis 1822 aus. Félix de la Haie legte den Tasmanischen Garten 1800 in Malmaison an, wo ein Paar zu Beginn des 19. Jahrhunderts einige Jahre in der Menagerie der Kaiserin Josephine lebte.

 

Dromaius ater, Museum Genf
   

Eine Unterart des Großen Emu, der Tasmanien- Emu (Dromaius novaehollandiae diemenensis), wurde erst 1873 als ausgestorben erklärt. Diese Unterart entstand vermutlich, als sich Tasmanien vom Festland löste, aus der verbliebenen Population. Verbreitung entlang der Ostküste, vor allem in den Midlands und entlang der Nordküste Tasmaniens.
Sie waren zahlenmäßig ohnehin sehr gering, zwischen 1845 und 1865 wurden nur einzelne Exemplare gesichtet. Diese lebten im lichten Waldland, waren kleiner und dunkler als heute lebende Exemplare. Sie bevorzugten ein Leben als Einzelgänger oder Paar, ernährten sich von Früchten, Beeren, Insekten, Knospen und Samen. Ihr Fortpflanzungsverhalten entsprach dem der Großen Emu´s. Leider war ihr Fleisch sehr begehrt, ebenso Eier und Häute, welche zur Versorgung der Armee dienten. Die letzten beiden bekannten Exemplare des britischen Museums gelangten 1838 nach England.

 

In der Form, wie wir sie uns vorstellen, existieren Emu´s seit dem Pliozän (vor 5,33 bis 1,8 Millionen Jahren), ihr Ursprung reicht jedoch 80 Millionen Jahre zurück in eine Zeit, in der Saurier noch existierten. So hatten sie eine lange Zeit, sich an die zunehmende Austrocknung des Kontinents anzupassen.

 

Wenn es sehr heiß ist, können sie durch schnelles Atmen ihre Lungen zur Abkühlung durch Verdunstung nutzen, gegen die steigende CO2 Konzentration im Blut sind sie immun. Sie benötigen jedoch unbedingt ständig frisches Trinkwasser, um diese spezifischen Eigenschaften ihrer Atmung gewährleisten zu können.

 

Zur normalen Atmung im kühleren Wetter haben sie große, mehrfach gefaltete nasale Durchgänge. Kühle Luft erwärmt sich durch die Lungen und gibt die Hitze in der nasalen Region ab, die feuchte Luft kondensiert in diesen Nasenhöhlen und kann vom Emu wieder aufgenommen werden.

 

Emu Schädel Emu Schädel

Der heutige Emu lebt in den Grassteppen und Buschwäldern von Australien in kleinen Gruppen. Emu´s sind in nahezu ganz Australien, mit Ausnahme Tasmaniens verbreitet. Im hohen Norden findet man sie allerdings recht selten. Den Lebensraum der Emu´s bilden Eukalyptuswälder, offene Pflanzungen, Heideland, seltener trockene Ebenen oder gar Wüsten, die sie nur nach heftigen Regenfällen und dem dadurch bedingten großen Nahrungsangebot an Gräsern, Früchten und Insekten, aufsuchen. Zur besseren Zerkleinerung der Nahrung im Muskelmagen nehmen sie oft kleinere Steinchen, manchmal auch Holzkohle auf. Als Vorsorge gegen schlechtere Zeiten können die Vögel große Fettreserven anlegen und sich so bei Bedarf auf weniger als die Hälfte ihres Gewichtes herunter hungern. Sie haben allerdings einen hohen Wasserbedarf und müssen nahezu täglich trinken, um nicht zu verdursten, sie sind auch exzellente Schwimmer.

Dromaius novaehollandiaeSowohl der Ausfall ihrer Nahrungsquellen als auch Wasserknappheit können somit zu den berüchtigten Massenwanderungen führen. Von brütenden Männchen abgesehen, die zu dieser Zeit weder Nahrung noch Wasser zu sich nehmen und daher relativ unabhängig vom lokalen Nahrungsangebot sind, sind Emu´s nicht ortsgebunden, sondern ziehen bei Erschöpfung ihrer Nahrungsquellen in neue Gebiete. Normalerweise gehen sich die Vögel gegenseitig aus dem Weg, aber bei Nahrungsknappheit kommt es immer wieder zu Begegnungen mit anderen Emu´s, die ebenfalls auf Nahrungssuche sind. Durch die sich häufenden Kontakte wird schließlich die Wanderung ausgelöst. Einmal begonnen, folgen die Tiere dem Herdentrieb, das bedeutet, dass sich alle Tiere mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7 km/h in die selbe Richtung bewegen. Der Zug löst sich erst auf, wenn er Gebiete mit reichem Nahrungsangebot erreicht; in diesem Fall beginnt das Auseinanderbrechen von hinten, wo sich zunehmend Tiere ablösen, um die vorhandenen Ressourcen für sich zu nutzen. Diese Züge sind am Regenfall orientiert: Im Sommer bewegen sich Regen bringende Tiefdruckgebiete von der Nordküste nach Süden und Westen, im Winter ziehen antarktische Tiefdruckgebiete aus dem Südwesten nach Norden. Daher kommt es zumindest im Westen Australiens regelmäßig zu Wanderungen, an denen sich bis zu 70.000 Tiere beteiligen können, sie können bis zu 1000 km ziehen, 10 - 25 km täglich sind nicht ungewöhnlich. Die Nähe großer Städte scheuen sie nicht.

Wahrscheinlich sind die Wanderungen wenigstens zum Teil durch den Menschen und das durch ihn geschaffene erweiterte Wasserangebot verursacht. Gegenden, die früher für den Emu zu trocken waren, wurden so teilweise sogar als Brutgebiet zugänglich. Dadurch hat sich die ziehende Individuenzahl teils massiv erhöht.

Das Emu-Gefieder besteht in weiten Teilen aus Doppelfedern, das bedeutet, dass zwei etwa gleichlange Federn, eine Hauptfeder und eine so genannte Sekundärfeder vom selben Schaft abzweigen. Die Spitze ist dunkel, der Rest ist hell, diese Besonderheit des Gefieders erlaubt, einen großen Teil der Sonnenstrahlung zu reflektieren, so dass nur etwa 2% der Wärme aufgenommen wird. Da sie laufend mit einer Geschwindigkeit von etwa 4-7 km/h umher schreiten, werden die dunklen Federbereiche und das lockere Untergefieder ständig von Luft gekühlt, was ein Grund dafür ist, dass die Tiere auch während der großen Tageshitze umherziehen können ohne Schatten aufsuchen zu müssen.

Emu Hahn Emu Emu Fuss
     

Der Schnabel ist sehr dunkel und zur Spitze hin leicht gekrümmt. Während sowohl der Hals, als auch die im Gegensatz zum afrikanischen Strauß mit drei Zehen ausgestatteten Beine, sehr lang sind, beträgt die Flügellänge lediglich 20 cm. Emus werden ausgewachsen etwa 150-190 cm groß, das Männchen wiegt dann ca 30 - 50, das Weibchen etwa 55 Kilogramm.

Das Gefieder der Emus ist nach der Mauser sehr dunkel, hellt sich aber mit der Zeit durch Bleichung ins Braune auf. Die Brust ist meist deutlich heller, Hals und Kopf sind im allgemeinen sehr dunkel, meist sogar schwarz gefärbt. Auf der linken und rechten Halsseite befinden sich oft zwei ca. 15 bis 20 cm lange und 3 bis 4 cm breite weiße Streifen. Männchen und Weibchen sehen einander sehr ähnlich. D. novaehollandiae novaehollandiae, Südostaustralien, hat eine weißliche "Halskrause" in der Paarungszeit. D. novaehollandiae woodwardi, Nordaustralien, ist schlank und blasser in der Färbung. D. novaehollandiae rothschildi, Südwestaustralien, ist dunkler, trägt keine "Halskrause" in der Paarungszeit.

 

Die Jungtiere sind zur Tarnung längsseitig schwarz-braun-weiß gestreift, der Kopf schwarz-braun-weiß gesprenkelt. Mit etwa 4 Monaten ist es braun gefärbt, das Jugendkleid bleibt etwa bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

Züchter legen das Geschlecht der Küken bereits auf Grund von Zeichnungsmerkmalen fest.

männliches Küken

weibliches Küken

männliche Küken haben dem zu Folge eine kreisförmige Zeichnung auf dem Hinterkopf weibliche Küken sind mit Linien und Sprenkeln gezeichnet
     

Emu Küken

Emu Küken etwas älter

Emu Jugendkleid

     
Emu Küken Emu Küken etwas älter Emu Jugendkleid
     
bitte Kamera drücken, Video Emuküken wird geladen
     
Emu Schrei Die Tiere paaren sich häufig bereits im Dezember und Januar. Im Dezember rufen die Weibchen mit trommelähnlichen Rufen.

Verbreitet sind sonst Grunz- und Zischlaute, erwachsene Tiere können durch eine Verbindung von Luftröhre und Halsluftsäcken letztere als Resonanzkammer nutzen und tiefe durchdringende dröhnende Laute von sich geben. 

Die Männchen bauen ein Bodennest aus Zweigen, kleinen Stöcken, Blättern, Gras und Rinde oft unter Büschen oder Bäumen, und bringen das Weibchen dazu, seine 5-15 Eier (in der Natur meist 6-8 Eier) -hierzulande sogar oft zwischen April und Juni - hineinzulegen. In ihrer Heimat legen Emuweibchen insgesamt 25 bis 40 Eier, beginnend im November, endend im März, da Emus in der Jahreszeit, in welcher die Tage kurz sind, brüten. In Regionen, die eine Regenzeit kennen (der tropische Norden Australiens), wird vor der einsetzenden Regenzeit gebrütet. Ursache dieses Verhaltens ist die Zunahme des luteinisierenden Hormons (LH) und des Testosterons im männlichen Emu, dessen Bildung LH anregt.  Nach ungefähr 115 Tagen mit 10 stündiger oder kürzerer Belichtung, erhöht sich der Prolactinspiegel im Männchen laufend weiter, je stärker dieser sich erhöht, um so stärker sinkt das LH und damit das Testosteron, bis das Männchen die Paarung beendet und zur Brut schreitet, da Prolactin den Brutpflegeinstinkt auslöst. Im gleichen Zeitraum fangen die Hormone des Weibchen an, die Eiproduktion anzuregen, sie wird paarungsbereit und beginnt zu legen. 

Der Legeabstand beträgt meist 3 Tage, 4 Tage bis 1 Woche sind jedoch nicht ungewöhnlich. Nach der Legeserie beginnt das Männchen zu brüten (meist, wenn 6 - 8 Eier im Nest liegen) und das Weibchen wendet sich einem neuen Partner zu, so kann ein Weibchen für wenigstens 3 Bruten sorgen.

Die Eier sind zunächst dunkelgrün, später nahezu schwarz, sie sind etwa 15 cm lang und 570 - 680g schwer. Häufig sammelt das Männchen die Eier von verschiedenen Weibchen. Es brütet und versorgt die Jungen alleine, während die Weibchen noch mehrmals Eier bei anderen Männchen legen können, aber in selteneren Fällen sein Gelege samt Männchen durch laute durchdringende Rufe verteidigt. 

Farbvarianten

Farbvarianten entstehen zu Beginn des Legens oder bei falscher Fütterung

zusätzliche weiße Schichten fehlende abschließende dunkle Schicht normales Ei normales Ei
 

Nach 52-60 Tagen, während er im Schnitt 10 mal am Tag die Eier wendet, schlüpfen die Jungen. Während der Brutzeit hungert der Hahn, um die Eier nicht zu verlassen, dabei verliert er ein Drittel seines Gewichtes. Beim Schlupf wiegen die Küken etwa 420 g, die Sterblichkeit der Jungen beträgt in den ersten 3 Monaten etwa 7 - 12%.

Nach dem Schlüpfen der Jungen wird das Männchen hochaggressiv und kann zu dieser Zeit auch Menschen angreifen. Die Jungen werden von ihm für etwa ein halbes Jahr fürsorglich begleitet, dann paart es sich meistens mit einer neuen Partnerin. Emu´s nehmen auch elternlose Küken an, wenn sie der Größe ihrer eigenen entsprechen.

Die Kleinen sind mit 18 Monaten ausgewachsen, Emu´s können bereits mit 17 Monaten geschlechtsreif sein, die Elterngröße wird mit 12 - 14 Monaten erreicht, meistens finden die Paare sich im 2 Winter, es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dass sie sich Zeit lassen und erst im 3. Jahr zur Nachzucht schreiten, sie sind dann jedoch 20-25 Jahre produktiv und können 30 Jahre alt werden, im Zoo hat es auch einen 43 jährigen Emu gegeben, in der Regel sind es jedoch nur 5 - 10 Jahre.

Wer Emuküken per Hand aufzieht, meist nach Kunstbrut, sollte den hohen Eiweißbedarf der Jungen berücksichtigen.

Es wird empfohlen, in den ersten 8 Wochen ca 20% Protein im Starter - Futter zu haben, der Rohfasergehalt kann 5% unter dem für Nandu oder Straußen empfohlenen, liegen. Höher sollte der Proteingehalt nicht sein, da man sonst häufig mit "gegrätschten" Beinen rechnen muss. Ein Ungleichgewicht des Ca/P- Verhältnisses oder Methionin- Mangel können diese Probleme gerade in den ersten 8 Wochen verschärfen, daher schränken viele Züchter den Zugang zum Mischfutter in der Zeit zwischen dem 10. und 30. Tag auf max. 4 Std pro Tag ein.

Bis zum 14. Lebensmonat wird Emu-Futter mit 18-20% Proteingehalt verfüttert, es ist wichtig, zu beachten, das es zwischen dem 2. und 7 Lebensmonat erhebliche Wachstumsschübe gibt. Mit ca. 3 Monaten sollten die Küken 8 kg Lebendgewicht erreicht haben, mit etwa 34 Wochen 25 kg. Zur Futteraufnahme animieren helle Farben und grün, welche die Küken bevorzugt bepicken. Lichtprogramme von 23 Std Beleuchtung bei 20 Lux (40 W-Lampe) und dimmen bis zur Dunkelheit, um ein Erschrecken zu verhindern, soll bei den Küken die Wachstumsrate forcieren.

Wird nicht mit 12 -14 Monaten (30 kg) die Schlachtung vorgesehen, kann man bereits ab dem 12. bis zum 24. Monat (50 kg) auf 18-16%iges Futter umstellen, um die Tiere auf die Zucht vorzubereiten. Erwachsene Emu´s erhalten auch außerhalb der Brutsaison dieses Futter, es soll ein Verfetten der Tiere verhindern, da einerseits die Fleischqualität der Schlachttiere ungünstig beeinflusst wird, andererseits legen fette Tiere schlecht oder gar nicht.

Etwa 4 Wochen bevor die Paarungszeit einsetzt (oder etwa 2 Monate vor der ersten Eiablage), werden die Zuchttiere auf 21%iges Futter umgestellt, etwa 30-45 Tage vor der Beginn des Brütens beginnt der Emu unersättlich zu fressen, das muss berücksichtigt werden, da er sonst die Brutzeit nicht gut übersteht, für die er nun Reserven in Form von Fett anlegt.

Essentielle Aminosäuren wie Methionin, Lysin, Threonin, Isoleucin und Tryptophan müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da der Körper diese nicht selbst herstellen kann.

Es ist zu berücksichtigen, dass der Verdauungstrakt der Emu´s nicht dem eines Straußen entspricht, der Dünndarm ist prozentual bedeutend länger als beim Strauß, der Dickdarm deutlich kürzer, die Blinddärme sind bei beiden kurz. Daher kann ein Strauß etwa 60%, ein Emu nur ca 20 - 45% des Rohfasergehaltes  (Zellulose und Lignin) der Nahrung verdauen, das entspricht etwa 11% seines Erhaltungsbedarfes. Um 1 kg Körpermasse zu erzeugen, muss ein Emu deshalb etwa das 6-fache an Futter aufnehmen, ein Strauß dagegen nur das 4-fache. Um seinen Nahrungsbedarf zu decken, fressen frei lebende Emu´s daher bevorzugt große Insekten, kleine Wirbeltiere, schnell wachsende Triebe, Blüten, Früchte und Samen.

Empfehlungen kommerzieller Emu-Futtermittelhersteller:

  bis 6/8 Wochen 6/8-36 Wochen 6-12 Monate ab 12 Monate und außerhalb der Brut Zuchttiere in der Brutsaison
umsetzbare Energie des Futtermittels kcal/kg 2685 2640 2860 2530 2400
Rohfaser % 6-8 6-8 6-7 6-7 7-8
Protein % 20-22 18-20 17 16-18 20-22
Methionin % 0,48 0,44 0,38 0,36 0,40
Lysin % 1,10 0,94 0,78 0,75 1,0
Cholin mg/kg 2200 2200 2200 2200 1980
Kalzium % 1,5 1,3 1,2 1,2 2,4-3,5
Phosphor % 0,75 0,65 0,60 0,60 0,60
Vitamin A IE/kg 15400 8800 8800 8800 8800
Vitamin D3 IE/kg 4400 3300 3300 3300 3300
Vitamin E IE/kg 99 44 44 44 99
Vitamin B12 mg/kg 44 22 22 22 44
Mangan mg/kg 154 154 154 154 154
Zink mg/kg 110 110 110 110 110
Jod mg/kg 1,1 1,1 1,1 1,1 1,1
Kupfer mg/kg 33 33 33 33 33
Natrium % 0,44 0,44 0,44 0,44 0,44

 

     

Paarung

Jungenaufzucht

     
Emu Paarung Ei Männchen bei der Aufzucht
     

hellesEmu Küken beim Schlupf

Emuküken heller Emu, kein Albino
     
helles Küken beim Schlupf Emuküken hell, keine Albino! ausgewachsener Emu, kein Albino, die Schnäbel weisen dunkle Flecken auf, die Augen sind blau, grau oder orange
     

Der Emu ist neben dem Känguru das Wappentier Australiens. Wie das Känguru kann der Emu sich nicht rückwärts bewegen, sondern nur vorwärts. Dies symbolisiert den Fortschritt, was der Grund für die Wahl der beiden Tiere ins Wappen begründet. Sowohl das fettarme Fleisch, das einen zarten, am ehesten mit Rindfleisch zu vergleichenden Geschmack hat, und auf Grund dessen nicht nur in Australien in Form von Grillwürsten und Emu- Burgern verzehrt wird, als auch die Eier werden genutzt. Aus der Haut wird Leder, aus den Fettreserven des Tiers Öl gewonnen, das von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, als Wundheilmittel und zur Entzündungshemmung bei rheumatischer Arthritis eingesetzt wird. In freier Wildbahn jagten die Aborigines die Emu´s mit Hilfe des Pituri-Strauches (Duboisia hopwoodii), indem sie Blätter des Strauches zerkauten, mit Holzasche vermischten und in die Wasserstellen taten, welche die Emu´s aufsuchten. Die Alkaloide (u. a. Piturin) der Blätter wirken narkotisierend, wenn die Emu´s schläfrig wurden, konnte man sie leicht töten. Eine andere Variante ist das Anlocken mittels eines Stocks, an dessen Ende ein buntes Tuch befestigt wird. Man legt sich in das Gras und simuliert mit dem Stock einen Vogel, der hin und her fliegt. Die Emu´s nähern sich, um zu schauen, was der Vogel treibt und wurden dann mit dem Speer zur Strecke gebracht.

Emukosmetik Emuleder

Straßenschild Australien

     

Emuöl Kosmetik

Emuleder

Straßenschild

Auf der anderen Seite sind die durch die Massenwanderungen bedingten Einfälle der Emus in landwirtschaftlich genutzte Gebiete zur Plage für die Farmer geworden, weshalb im Südwesten Australiens 1901 ein 1100 km langer Zaun gebaut wurde, um die Vögel fernzuhalten. In manchen Jahren starben an diesem Zaun 50.000 Emu´s, weil ihre natürliche Wanderung nicht mehr möglich war. Sie verendeten in den Zäunen durch Verletzungen oder verhungerten. Das ihr Fressverhalten jedoch zu einer Verhinderung von Insektenplagen führt, da sie große Mengen Heuschrecken und andere Schädlinge fressen, kam den Farmern nicht in den Sinn.

Im Emu-Krieg 1932 versuchte die australische Regierung wegen eines Masseneinfalls in die Weizenfelder Westaustraliens, die Emu-Populationen durch den Einsatz von mit Maschinengewehren bewaffnetem Militär zu reduzieren. Dies schlug jedoch komplett fehl, da die Vögel meist sofort mit einer Fluchtgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h auseinander stoben und somit nur wenige eine volle Salve abbekamen. Die meisten anderen, häufig von mehreren Kugeln getroffen, liefen jedoch scheinbar unbeirrt weiter! Nach einer Woche wurde der als Emu-Krieg bekannt gewordene Einsatz abgebrochen, weil er außer erhebliche Kosten für Munition, keinen Erfolg brachte.

Der Große Emu ist trotz heftiger Jagd bis in die 1960er Jahre heute nicht vom Aussterben bedroht. 1988 wurde ein Gesetz zum Schutz der Emu´s erlassen, welches den Aborigines erlaubte, Emuküken aufzuziehen und zu verkaufen. Farmer lernten sehr schnell, den Emu kommerziell zu nutzen, nach anfänglichem Boom pegelte sich die Zahl der Farmen auf etwa 250 ein, welche heute Fleisch, Eier, Leder, Federn, Emu-Ölprodukte liefern. Besonderer Vorteil der Tiere, im Gegensatz zur Viehhaltung (Schafe, Rinder), verdichten sie den Boden nicht, es findet keine Überweidung statt und durch ihren Dung wird die Vegetation angeregt, wieder zurückzukehren auf die ehemals durch Schafe zerstörten Flächen.

 

Emu

 

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