Kiwis oder Schnepfenstrauße sind flugunfähige, nachtaktive Vögel in den Wäldern Neuseelands. Es gibt seit 1993 eine Einteilung in vier Arten und mehreren Unterarten.

Der Name Kiwi geht auf seinen schrillen Ruf "kee- wee kee- wee" zurück.

Kiwi Stimme Kiwi Stimme

Es gibt 70 Millionen Jahre alte Fossilienfunde, ihre nächsten Verwandten sind die ausgestorbenen Moas.

Apteryx

Ihnen fehlt wie allen Laufvögeln der Brustbeinkamm, an dem normalerweise die Flugmuskulatur ansetzt. So haben die Kiwis zwar noch kleine, vier bis fünf Zentimeter lange Flügel, können aber nicht fliegen. Sie besitzen keinen Schwanz, mit ihren kräftigen Beinen können sie jedoch gut laufen, sie sind auch gute Schwimmer. Kiwis sind 35 bis 65 Zentimeter lang, bis 35 Zentimeter hoch und ein bis drei Kilogramm schwer. Männchen sind generell kleiner und haben einen kürzeren Schnabel. Sie tragen ein braunes Gefieder, das fast wie eine Behaarung wirkt. Besonders auffällig ist ihr Schnabel, welcher 1/3 der Körperlänge hat. Er hat einen schlecht entwickelten Augensinn, was aber bei den nachtaktiven Tieren nicht so sehr ins Gewicht fällt. Der Geruchs- und Tastsinn dagegen sind sehr gut entwickelt. Beim Tastsinn ergibt sich diese Tatsache aufgrund der langen Tastborsten an der Schnabelbasis. Die Weibchen verfügen über paarige, funktionstüchtige Eierstöcke. Dies ist eine Besonderheit in der Laufvogelwelt, weil bei den meisten anderen Arten in der Regel nur noch der linke Eierstock funktionstüchtig ist und der rechte vollständig fehlt. Ebenfalls ist ihre für Vögel sehr niedrige Körpertemperatur (37 - 38 °C), die eher im Rahmen eines Säugers liegt, auffällig. Ihre Lebenserwartung liegt bei etwa 25 Jahren in der Wildnis, 40 Jahre im Zoo.

Apteryx australis

 

Der Streifenkiwi (Apteryx australis) ist die größte Kiwiart, er kann bis zu 55 cm groß werden. Er ist im Podocarpien- Wald der beiden neuseeländischen Inseln und Stewart Islands beheimatet.

Apteryx ausralis Männchen Kiwi Männchen Apteryx ausralis Weibchen Kiwi Weibchen

Apteryx haastii

Der Große Fleckenkiwi (Apteryx haastii) wird etwa 45 cm groß und wiegt 2,4 -3,3 kg. Er ist im Podocarpien- Wald der Südinsel Neuseelands beheimatet.

Apteryx haastii Männchen Kiwi Männchen Apteryx haastii Weibchen Kiwi Weibchen

Apteryx owenii

 

Der Zwergkiwi (Apteryx owenii) erreicht eine Größe von 25 - 35 cm und ein Gewicht von 1,2 kg. Das Verbreitungsgebiet des Zwergkiwis beschränkt sich auf den Podocarpien- Wald von Kapiti Island.
Apteryx owenii.wav Zwergkiwi
 

Tagsüber verbergen sich die Vögel in Höhlen zwischen Baumwurzeln und Gestrüpp. Nachts machen sie sich auf die Nahrungssuche. Dabei stochern sie mit ihren langen Schnäbeln im Boden herum. Die Nasenöffnungen liegen an der Spitze des langen, geraden Schnabels, mit dem sie im Boden nach Insekten, Spinnen, Würmern, Beeren und Pflanzenteilen suchen.

Im Frühjahr paaren sich die Tiere, dabei graben die Männchen Höhlen in der Erde, diese werden mit Pflanzenteilen und Federn gepolstert, dabei hilft das Weibchen. Sie legen im Jahr nur 1 - 5 Eier, welche jedoch jeweils 20% - 25% der Körpermasse ausmachen und etwa 500g wiegen. Das Gelege wird je nach Art mehr vom Männchen, Weibchen oder von beiden 78 - 82 Tage lang bebrütet. Brutsaison ist Juli - Februar. Die neu geschlüpften Küken mit weichem Flaumkleid bleiben 5 Tage lang im Nest liegen, ohne dabei Nahrung zu sich zu nehmen, danach folgen sie dem Männchen auf Nahrungssuche. In der künstlichen Aufzucht werden sie mit einem Mix aus Milchpulver, Pflanzenöl und Beeren gefüttert. Mit 2 -5 Jahren suchen sich Männchen eigene Territorien, Weibchen mit 3 - 5 Jahren, sie brüten jedoch nicht vor dem 5. - 6. Lebensjahr. Kiwis sind monogam und bleiben ein Leben lang zusammen.

Kiwi Ei Apteryx australis

Kiwis stehen unter Naturschutz. Die drei noch existierenden Kiwiarten Streifenkiwi (Apteryx australis), Zwergkiwi (Apteryx owenii) und Großer Fleckenkiwi (Apteryx hastii) sind nicht direkt vom Aussterben bedroht, weisen aber nur noch kleine Verbreitungsgebiete auf. Sie haben eigentlich keine natürlichen Feinde, das Einschleppen von Ratten, Wieseln, Hunden, Katzen, Schweinen etc. ist jedoch ein Problem für sie geworden, ebenso der Mensch.Apteryx

Er ist das National- und Wappentier Neuseelands. Dabei wirkt er bestimmt nicht heroisch, im Gegenteil: friedlich, etwas plump, einfach nett - ein echter Sympathieträger eben.


Die Neuseeländer nennen sich selbst "Kiwis". Seit 1898 schmücken Kiwis Briefmarken und Münzen.

 

1898

1989


 

 

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