Gesundheit
Über
Laufvögel liegen allgemein wenige Daten- außer aus Farmhaltungen- vor,
so dass der Halter bei Erkrankungen schnell vor einem Problem steht.
Es ist fast unmöglich, einen mit der Spezies erfahrenen Tierarzt zu
finden. Der Haus- und Hof- Tierarzt, welcher seit Jahren
den Bestand betreut, hat meist nicht den Ansatz einer Ahnung von der
Anatomie und Physiologie unserer Nandu. Das nächste Problem besteht
für die meisten auch in der Medikation, es liegen kaum Erfahrungen mit
den gängigen Medikamenten aus der tierärztlichen Praxis vor. Da der
Stoffwechsel der Laufvögel langsamer ist, als der anderer Vögel,
beispielsweise der Hühner oder Enten und Gänse auf dem Hof, muss dies
unbedingt bei der Verabreichung von Medikamenten berücksichtigt
werden.
Die
beste Vorsorge ist immer noch ein optimal gehaltener Vogel, aus dem
kritischen Alter herausgewachsen, beim Nandu etwa nach dem 3. Monat,
sind Laufvögel sehr robust und wenig krankheitsanfällig.
Sollte
jedoch trotzdem einmal ein Tier erkranken, gerade bei Seuchen ist man
vor Einschleppung nie gefeit, so sollen die hier aufgeführten Daten
helfen, gemeinsam mit dem Tierarzt eine Lösung zu finden.
Und
nochmals der Hinweis in eigener Sache, ich bin Zootechniker, kein
Tierarzt ! Sollten also berechtigte Anmerkungen oder andere
Erfahrungen zu dem Folgenden sein, bitte
mailen !
Allgemeine
Labordaten von Straußen
|
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) |
über
14 000 |
Anzeichen akuter oder chronischer Infektionen |
| |
|
|
|
Hämatocrit |
30 -
40 % |
junge Tiere noch niedriger als erwachsene, insgesamt unter dem
anderer Vogelarten |
| |
|
|
| Rote
Blutkörperchen |
12 -
15 |
niedriger als bei anderen Vogelarten |
| |
|
|
|
Kalzium und Magnesium |
|
junge Tiere niedriger als erwachsene |
| |
|
|
|
Gesamtprotein, Harnsäure, Kalium |
|
junge Tiere höher als erwachsene |
| |
|
|
|
Trigliceride |
über
400 |
bei
fetteren Tieren |
| |
|
|
|
Kalzium |
über
14 |
bei
Legestraußenhennen |
| |
|
|
| |
|
|
|
Bluttests helfen, um
Infektionen , Dehydratisierung oder Anämie festzustellen.
Serumtests (Glukose, Harnstoff etc. nutzen, um Organfunktionen,
Elektrolytprobleme oder Behandlungseffekte zu untersuchen. |
| |
|
|
|
Erwachsener Strauss |
|
|
| |
|
|
|
Leukozyten (Weiße Blutkörperchen) |
103/
ul |
5,5 |
|
Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) |
106/
ul |
1,5 |
|
Hämatokrit (prozentualer
Anteil aller Bestandteile von Zellen am Gesamtvolumen des Blutes) |
% |
30 -
40 |
|
Hämoglobin (Roter Blutfarbstoff) |
g/dl |
12 -
15 |
|
Trigliceride |
106/
ul |
1,7 |
| |
|
|
|
Albumin |
g/dl |
1,3
- 2,5 |
|
Bilirubin (Gallenfarbstoff) |
µmol/L |
6,0 |
| BUN
(Harnstoff) |
mg/dl |
1,2
- 1,8 |
|
Cholesterol |
mg/dl |
82 -
97 |
|
Glukose |
mg/dl |
215
-
245 |
|
Phosphor |
mg/dl |
4,4
- 5,2 |
|
Chlorid |
mEq/L |
100 |
|
Calcium |
mg/dl |
9,5
- 13 |
|
Gesamtprotein |
g/dl |
3,7
- 4,7 |
|
Triglycerid |
mg/dl |
90 -
130 |
| Urea
(Harnstoff) |
µmol/L |
0,4 |
|
Harnsäure |
µmol/L |
460
- 490 |
Umgang mit den Tieren
Tragen
Sie bitte immer angemessene Schutzkleidung und feste Stiefel, nehmen
Sie Uhren etc. ab, damit sich bei einem Tritt das Tier nicht an Ihnen
verfängt.
Küken
lassen sich relativ leicht hochnehmen und fixieren (jedoch nie am Hals
hoch nehmen), Tiere von 4
Monaten bis 1 Jahr treibt man idealer Weise in eine kleine Ecke und
hält sie dann fest, ausgewachsene Tiere bekommen für Untersuchungen am
besten eine Haube auf, dann sind sie ruhiger, lassen sich auch auf den
Boden setzen. Ideal ist natürlich ein extra Behandlungsstand.
Zu Ihrer
eigenen Sicherheit sollten Sie zu zweit ins Gehege gehen, vor allem in
der Balz- und Brutsaison. Hetzen Sie die Tiere nie, besonders Emu´s
überhitzen leicht, versuchen Sie deshalb, die Tiere in der kühleren
Tageszeit einzufangen. Ein abgedunkelter Raum beruhigt sie ebenfalls
schnell.
Um die
Tiere heranzuholen, werden mitunter Schäferhaken genutzt, was sehr gut
hilft, ist ein kräftiger Stock in Form eines "Y", so kann man den
kräftigen Hals und damit das ganze Tier von sich weg drücken. Haben
Sie keine andere Möglichkeit, so greifen Sie den Hals und ziehen Sie
ihn nach vorn und unten, so werden Tritte nach vorn verhindert und Sie
kommen von dem Tier weg.
Bei
Straußen kann es helfen, wenn Sie sich flach auf den Boden legen,
falls Sie nicht mehr vom angreifenden Tier weg kommen. Er wird auf
Ihnen herumtrampeln können, jedoch verhindern Sie so die weitaus
gefährlicheren Tritte.
Positionieren Sie Ihre Beine und Füße bei Nandu´s oder Emu´s außen
neben den Füßen Ihres Vogels, um harte Schläge und Tritte gegen Ihre
Beine zu verhindern (Emu´s z.B. haben einen harten, leicht gezahnten
Rand an der Rückseite, welcher bei Schlag sehr schmerzhaft ist).
Stehen Sie hinter dem Tier, drücken Sie mit einer Hand auf den Rücken
und packen mit der anderen Hand fest die Beinfalte, welche sie leicht
hochziehen, so kann man ebenfalls Schläge verhindern. Die ersten
Minuten werden sehr anstrengend sein, da die Tiere versuchen zu
kämpfen.
|
 |
 |
 |
| |
|
|
|
Um die Tiere ruhig
zu stellen, kann eine Haube übergezogen werden. |
Helfer sollten
hinter dem Tier stehen, um nicht getreten zu werden |
Zur Unterstützung
kann unter das Steißbein gegriffen werden, um das Tier heran
zuschieben. |
| |
|
|
|
Ist das Tier ruhig,
lassen sich Gesamteindruck, Haut, Gefieder, Kopfhaltung, Augen,
Schnabel, Nasen- und Ohrenöffnung, Schnabelinneres (feucht, keine
Beläge, Bläschen etc.), Betastung des Körpers, Magens von außen,
Kloake, Beine, Atemfrequenz (3 - 5 mal /min. Jungtiere 10 mal
schneller), Herzschlag, Urinproben (orange bis rot durch
Porphyrinpigment
gefärbt, grünlich
bei Muskel- und Lebererkrankungen) und Blutproben genauso
vornehmen, wie Impfungen und andere Behandlungen.
Blutproben -
Natriumheparin ist das bevorzugte Antigerinnungsmittel allgemeine
Antikörperuntersuchungen sind bei Straussen derzeit noch nicht
möglich, Krankheiten lassen sich jedoch sehr gut über
Blutproben feststellen, die Kanülen zur Untersuchung sollten so
klein wie möglich gewählt werden, das Tier ist gut zu fixieren.
Um
die Vene zu punktieren oder einen Katheder zu legen, ist bei allen
Altersstufen die Hautulnare auf der Flügelinnenseite und die
mittlere Ader des Metatarsus zu empfehlen. Die Jugulare soll nicht
benutzt werden, weil sich leicht Hämatome bilden, bei Bewegungen
des Tieres reißt sie auch leicht. Die rechte ist stärker als die
linke entwickelt.
Das Blut wird dann
mit der Spritze aus der Vene gesaugt oder mit Hilfe der Kanüle in
einem Röhrchen aufgefangen. Die Menge richtet sich nach der
Körpergröße des Tieres. Als Richtwert gelten ca. 2 ml/kg
Körpergewicht als ausreichend. Mindestens sollte jedoch 1 ml
entnommen werden, z.B. bei Jungtieren. |
| |
|
|
 |
mediale
Metatarsalvene |
 |
| |
|
|
 |
Ulnarvene |
| |
|
|
 |
Ulnarvene adultes
Tier |
Injektionen sollten
in die Halsfalte hinter dem Kopf, bei kleinen Mengen in der Leiste, um
den Bürzel seitlich der Mittellinie oder in die Innenseite der
Flügelmuskeln erfolgen.
Sollten die Vögel mit Medikamenten ruhig gestellt werden müssen,
so überlassen Sie dies einem erfahrenen Tierarzt.
Diese
Liste erfasst Daten zu Medikamenten, deren Wirkung auf Laufvögel
bekannt ist:
|
Anästhesie:
Laufvögel - Isofluran
per inhalationem
Anästhesieprotokoll der Wahl (Ludders 1990; Goelz 1990), besonders bei
kritischen Patienten (Wheeler 1993). Im Gegensatz zum Halothan konnten
mit Isofluran keine Veränderungen des Herzrhythmus und der
Herzfrequenz festgestellt werden (Goelz 1990).
Emu: MAC 1,115% (Pollock 2001)
Strauss: Einleitung: 3 - 5% (Pollock 2001)
|
|
Anästhesie:
Laufvögel - R/S-Ketaminhydrochlorid
intramuskulär:
Ketamin
Emu: Sedation: 25 mg/kg Ketamin (Grubb 1983)
Emu: Anästhesie: Initial 25 mg/kg Ketamin, dann alle 10 min 5 - 8
mg/kg Ketamin i.v. (Grubb 1983)
intramuskulär:
Ketamin-Xylazin
Strauss: 0,45 mg/kg Ketamin und 25 mg/kg Xylazin (Pollock 2001)
intramuskulär:
Ketamin-Xylazin-Acepromazin
Strauss: 34 mg/kg Ketamin, 0,2 mg/kg Xylazin und 0,1 mg/kg Acepromazin
(Pollock 2001)
intravenös:
Ketamin-Xylazin
Strauss: 2 - 5 mg/kg Ketamin und 0,25 mg/kg Xylazin (Pollock 2001)
|
|
Anästhesie:
Laufvögel (Jungtier)
- Tiletamin
intramuskulär:
Tiletamin-Zolazepam
2,5 - 5 mg/kg Tiletamin und 2,5 - 5 mg/kg Zolazepam (Pollock 2001)
Laufvögel (Alttier)
- Tiletamin
intravenös:
Tiletamin-Zolazepam
0,5 - 4 mg/kg Tiletamin und 0,5 - 4 mg/kg Zolazepam (Pollock 2001)
Emu: Anästhesie: 1,7 - 2,45 mg/kg Tiletamin und 1,7 - 2,45 mg/kg
Zolazepam (Acke 2003)
Nandu: 1,5 - 2,9
mg/kg Tiletamin und 1,5 - 2,9 mg/kg Zolazepam (Acke 2003)
Strauss: 1,15 - 2
mg/kg Tiletamin und 1,15 - 2 mg/kg Zolazepam (Acke 2003)
Hinweis: Zur Sedation vor der intravenösen Injektion kann bei
Strauss, Emu und Nandu Xylazin (1,06 - 2,03 mg/kg i.m.) und
Butorphanol (0,1 - 0,55 mg/kg i.m.) verabreicht werden (Acke
2003).
|
|
Laufvögel -
Xylazinhydrochlorid
intramuskulär:
Sedation
1,06 - 2,75 mg/kg Xylazin und 0,1 - 0,55 mg/kg Butorphanol, beim
Nandu müssen die höheren Dosierungen verwendet werden (Pollock
2001)
1,06 - 2,03 mg/kg Xylazin und 0,1 - 0,55 mg/kg Butorphanol, bei
Emu, Nandu und Strauss zur Sedation vor einer intravenösen
Injektionsanästhesie mit Tiletamin/Zolazepam (Acke 2003)
Anästhesie
Strauss: 25 mg/kg Xylazin und 0,45 mg/kg Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 5 - 10 mg/kg Xlyazin und 2 - 3 mg/kg Ketamin i.v. (Pollock
2001)
Strauss: 0,2 mg/kg Xylazin, 34 mg/kg Ketamin und 0,1 mg/kg
Acepromazin (Pollock 2001)
Strauss: 0,15 mg/kg Xylazin, nach 15 min 0,15 mg/kg Carfentanil
i.v., ermöglicht Intubation (Cornick 1992b)
intravenös:
Anästhesie
Strauss: 0,25 mg/kg Xylazin und 2 - 5 mg/kg Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 1 mg/kg Xylazin und 5 mg/kg Ketamin, nach 10 min 12 - 17
mg/kg Alphaxalon/Alphadolon, Anästhesiedauer: 30 - 40 min (Gandini
1986)
|
|
Laufvögel -
Medetomidinhydrochlorid
intramuskulär:
Leichte Sedation
Kasuare: 0,26 - 0,31 mg/kg, antagonisierbar mit Atipamezol (Westcott
2002)
Starke Sedation
Kasuare: 0,38 - 0,54 mg/kg, antagonisierbar mit Atipamezol (Westcott
2002)
Strauss: 4 - 8 mg Medetomidin und 8 - 9 mg Ethorphin,
Induktionszeit 8 Minuten (Sedation nur kurz) (Ostrowski 1995)
|
|
Laufvögel - Diazepam
intravenös:
Sedation
0,1 - 0,3 mg/kg (Pollock 2001)
Anästhesie
Strauss: 0,25 mg/kg Diazepam, ca. 15 - 30 min danach 2 - 5 mg/kg
Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 0,22 - 0,33 mg/kg Diazepam und 4,4 - 6,6 mg/kg Ketamin;
die Einschlafphase kann sehr unruhig sein (Cornick 1992b)
|
|
Laufvögel -
Carfentanil-Citrat
intramuskulär:
Strauss: zur
Sedation vor Inhalationsnarkose: 0,3 mg/kg (Cornick 1992b)
Cave: Carfentanil kann beim Strauss zur starker Atemdepression bis
Apnoe führen (Cornick 1992b)
intravenös:
Carfentanil-Xylazin
Strauss: 0,5 mg/kg Xylazin i.m. und 0,15 mg/kg Carfentanil 15 min
nach der Xylazinapplikation (Cornick 1992b)
Cave: Carfentanil kann beim Strauss zur starker Atemdepression bis
Apnoe führen (Cornick 1992b)
|
|
Laufvögel - Propofol
intravenös:
Allgemeinanästhesie nach Prämedikation mit Ketamin/Medetomidin: 3
mg/kg, Erhaltung der Anästhesie mit 0,2 mg/kg/min (Allen 2005)
Strauss: Einleitung: 3 mg/kg, Erhaltung: 0,2 mg/kg/min (Pollock
2001)
|
| |
|
Wirkstoffdaten:
Universität Zürich, Institut für
Veterinärpharmakologie und -toxologie |
| |
|
Kasuar
nur Sedation!
oral:
Acepromazin Granulat
5 mg/kg (Stefan,1990)
|
|
Kasuar
Ketamin 7,5-18 mg/kg
Traumatisierungen in
der Aufwachphase möglich (Stefan,1990)
|
|
Kasuar
starke Sedation ,
Exzitationen
Ketamin 20-50 mg/kg
(Heidenreich und Wissdorf, 1978)
|
|
Kasuar
Ketamin 740 mg/Tier
Dosis fraktioniert
über 50 Min. appliziert
Ataxien,
unbefriedigende Toleranz und Relaxation (Seidel, 1991,
unveröffentlicht)
|
|
Kasuar
Etorphin plus 12
mg/Tier
Ketamin 300 mg/Tier
lange
Residualwirkung, trotz Naloxon (Stoskopf et al., 1982)
|
|
Kasuar
Etorphin plus 0,1
mg/kg
Nachdosierung von
300 mg (Ensley et al., 1984)
|
|
Kasuar
Ketamin 6,5 mg/kg
Ketamin pro Tier
nach 15 Min., danach 0,75% - 1 % Halothan
|
|
Kasuar -
Xylazin plus 1
mg/kg
Ketamin plus 5 mg/kg
Etorphin plus 0,017 mg/kg
Azepromazin 0,07 mg/kg
Nachdosierung von 0,5 mg/kg Xylazin plus 2,5 mg/kg Ketamin nach 15
Min. (Goltenboth, 1995, unveröffentlicht)
|
|
Kasuar
schnelle
Immobilisation
intramuskulär:
5-8 mg/kg
(200-250 mg/Tier) Tiletamin und Zolazepam (Tuest®, Parke Davis)
Die Injektion
erfolgt mittels Blasrohr in den Oberschenkel.
Nach ca. 3 - 8 Min.
kamen sie ohne Zeichen von Konvulsionen in Seitenlage zum Liegen.
Nach 5-10 Min.
konnten die Tiere in eine Inhalationsnarkose überführt werden mit
1,5-3 Vol. % Isofluran bei einer Flussrate von 4 - 5 I
Sauerstoff/Min.
Die Applikation von
Isofluran erfolgte bis unmittelbar zum Ende der Untersuchung.
Die Aufwachphase der
Tiere verlängert sich auf 10 -20 Min., somit ist eine sichere
Überführung der Tiere in den Aufwachraum möglich.
Herzfrequenz (70 -
90 Schläge/min) und die Atemfrequenz (10 -13 Züge/Min.) waren über
den gesamten Zeitraum der Narkose (40 -70 Min.) konstant und
gleichmäßig.
|
|
Als besonders vorteilhaft erwiesen sich der schnelle
Wirkungseintritt von Tiletamin und Zolazepam sowie die kurze
Aufwachphase mit geringer Residualwirkung des Anästhetikums.
Cornick und Jensen
(1992) berichteten über ähnliche Erfahrungen bei Straußen. Die
Anwendung von Ketamin, dem derzeitigen Injektionsnarkotikum der
Wahl in der Vogelmedizin (Fowler, 1978), hat sich bei Kasuaren nur
bedingt bewährt (Seidel, unveröffentlicht). Um eine vollständige
Immobilisation zu erreichen, mussten sehr hohe Dosen appliziert
werden Dabei kam es trotzdem zu unerwünschten Nebenwirkungen
(Ataxien, Exzitationen oder Konvulsionen), die sowohl in der
Initial- wie auch in der Aufwachphase zu Traumatisierungen führen
können (Stefan. 1990)
Stoskopf et al.
{1982) berichteten. dass Etorphin von Kasuaren bis zu einer Dosis
von 10 mg/Tier ohne Wirkung toleriert wurde oder lediglich
Koordinations-Störungen bei den Tieren zu beobachten waren Auch
ohne Applikation eines Antidotes hielt die Wirkung meist nur sehr
kurze Zeit an.
Samour et al. (1990)
machten die gleichen Beobachtungen bei Straußen und
schlussfolgerten. dass Ratiten prinzipiell in der Lage sind,
Etorphin sehr schnell zu metabolosieren. Die Kombination von
Etorphin und Ketamin erbrachte dagegen befriedigende Ergebnisse
(Ensley et al. 1984; Stoskopf et al. 1982).
|
|
Quelle: Verh.ber.
Erkrg. Zootiere (1997) 38.
Aus dem Institut für
Zoo- und Wildtierforschung (Direktor: Univ. Prof. Dr. R. R.
Hofmann), im Forschungsverbund Berlin e.V.,
dem Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinik
(Direktor: Prof. Dr. G. v. Lengerken) an der Landwirtschaftlichen
Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
dem Zoologischen Garten Halle (Direktor: Dipl.-Biol. A. Jacob),
dem Zoologischen Garten Berlin (Direktor: Dr. H. Frädrich)
und dem Tierpark Berlin-Friedrichsfelde (Direktor: Dr. B.
Blaszkiewitz)
Immobilisation
und Transintestinale Sonographie bei Kasuaren
F. Göritz, Th. Hildebrandt, R. Hermes, J. Thielebein, T.
Spretke, R. Göltenboth und B. Seidel
|
| |
Weitere, in der Dosierung bekannte Medikamente sind u.a.:
|
Cefalexin, ein
Antibiotikum, welches u.a. seinen Einsatz bei bakteriellen
Infektionen im Bereich der der Atemwege, Harn- und
Geschlechtsorgane, aber auch der Haut und des
Weichteilgewebes findet.
Laufvögel -
Cefalexin
intramuskulär:
15 - 22 mg/kg 3 × täglich, ausser Emu (Pollock 2001)
Emu: 35 - 50 mg/kg 3
- 4 × täglich (Pollock 2001)
Laufvögel -
Cefalexin-Monohydrat
oral:
Emu: 35 - 50 mg/kg 4 × täglich (Tully 1997; Bush 1981b) |
|
Clindamycin, ein
Antibiotikum, welches u.a. gegen Streptokokken, Staphylokokken,
Anaerobier und, höher dosiert, gegen Toxoplasmen eingesetzt wird.
Laufvögel -
Clindamycinhydrochlorid
oral:
Strauss: 5,5 mg/kg 3
× täglich (Pollock 2001)
|
|
Doxycyclin, ein
Antibiotikum, welches u.a. zur Behandlung von
Atemwegserkrankungen, Infektionen der Harnwege und des
Magen-Darm-Traktes verwendet wird, aber Vögel sind während der
Therapie auf sekundäre Hefeinfektionen zu überwachen (Tully 1997).
Kalzium- und magnesiumreiches Futter reduzieren die Resoprtion von
Doxycyclin stark. Deshalb sollte während einer Therapie kein
Muschelkalk verabreicht werden (Kaleta 1999).
Laufvögel -
Doxycyclinhydrochlorid (Doxycyclinhyclat)
oral:
2 - 3,5 mg/kg 2 ×
täglich (Pollock 2001)
|
|
Piperacillin, ein
Breitbandantibiotikum gegen gramnegative Stäbchen, Enterobakterien
und Anaerobier. Einsatz u.a. bei Haut- und Weichteilinfektionen,
Infektionen nach Unfällen, bei chirurgischen Eingriffen und
infizierten Verbrennungen.
Laufvögel - Piperacillin
intramuskulär:
25 mg/kg (Coles 1997a)
|
|
Sulfamethoxazol ist
ein Antibiotikum , welches u.a. bei der Bekämpfung von
Harnwegsinfekten und Lungenentzündungen eingesetzt wird.
Laufvögel - Sulfamethoxazol
oral:
Bakterielle Infektionen
- 17,5 mg/kg Sulfamethoxazol und 3,5 mg/kg Trimethoprim 2 ×
täglich (Pollock 2001)
|
|
Trimethoprim wird
als Einzelsubstanz im Wesentlichen zur Behandlung von
unkomplizierten Harnwegsinfekten, aber auch gegen Infektionen der
oberen Luftwege eingesetzt. Die Kombination mit Wirkstoffen, wie
Sulfamethoxazol erweitert das Wirkspektrum unter anderem auf
Protozoen wie Toxoplasma gondii oder den Pilz Pneumocystis
jirovecii. Die feste Kombination von Trimethoprim und
Sulfamethoxazol ist als Cotrimoxazol (kurz Cotrim) bekannt.
Laufvögel - Trimethoprim
oral
Trimethoprim/Sulfonamid
Siehe oben Sulfamethoxazol
|
|
Tylosin ist ein
bakteriostatisches Antibiotikum, bei Vögeln u.a. gegen
Atemwegsinfektionen eingesetzt. Bei Vögeln wird die intramuskuläre
Injektion nicht empfohlen, da dies zu Nekroseherden an der
Injektionstelle führen kann (Hatt 2005).
Laufvögel - Tylosin
intramuskulär:
3 - 5 mg/kg 2 × täglich (Pollock 2001)
Emu: 17 mg/kg 1 × täglich während 7 Tagen (Pollock 2001)
Emu: 25 mg/kg 3 × täglich (Locke 1982)
oral:
5 - 10 mg/kg 3 × täglich (Pollock 2001)
|
|
Carbenicillin, ein
Antibiotikum gegen gram-negative Keime wie Pseudomonaden.
Laufvögel - Carbenicillin
intravenös:
- 11 - 15 mg/kg alle 8 h (Pollock 2001)
|
|
Fenbendazol ist ein
Breitband-Anthelminthikum gegen Fadenwürmer (Nematoden) und
Bandwürmer (Cestoden), Anwendung nicht während der Legeperiode (Hatt
2004), der Mauser oder der Aufzucht der Jungtiere (Nolan 1994).
Laufvögel -
Fenbendazol
oral:
Nematoden
Strauss: 15 mg/kg (Van Miert 1994a)
|
|
Mebendazol ist ein
Anthelminthikum gegen Nematoden und manche Bandwürmer.
Laufvögel - Mebendazol
oral:
Strauss: 5 - 7 mg/kg (Pollock 2001)
|
|
Flucytosin ist ein
Antimykotikum, Einsatz u.a. bei Aspergillose oder Candida.
oral
Laufvögel: 80 - 100 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
|
|
Amitraz ist ein
Mittel gegen Ektoparasiten wie Milben und Insekten.
Laufvögel - Amitraz
topisch:
Läuse
Strauss: 0,025%ige Amitrazlösung auf das Tier sprühen, ca. 2,5
Liter Lösung pro Tier verwenden, Wiederholung nach 10 Tagen (Pollock
2001)
|
| |
|
Wirkstoffdaten:
Universität Zürich, Institut für
Veterinärpharmakologie und -toxologie |
Um die
Körpertemperatur festzustellen, kann man ein Ohrthermometer nutzen, um
die Tiere wenig zu stressen, bei Emu´s liegt diese zwischen 37,8 -
39,4°C, über 40,5°C sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
 |