Gesundheit

Über Laufvögel liegen allgemein wenige Daten- außer aus Farmhaltungen- vor, so dass der Halter bei Erkrankungen schnell vor einem Problem steht. Es ist fast unmöglich, einen mit der Spezies erfahrenen Tierarzt zu finden. Der Haus- und Hof- Tierarzt, welcher seit Jahren den Bestand betreut, hat meist nicht den Ansatz einer Ahnung von der Anatomie und Physiologie unserer Nandu. Das nächste Problem besteht für die meisten auch in der Medikation, es liegen kaum Erfahrungen mit den gängigen Medikamenten aus der tierärztlichen Praxis vor. Da der Stoffwechsel der Laufvögel langsamer ist, als der anderer Vögel, beispielsweise der Hühner oder Enten und Gänse auf dem Hof, muss dies unbedingt bei der Verabreichung von Medikamenten berücksichtigt werden.

Die beste Vorsorge ist immer noch ein optimal gehaltener Vogel, aus dem kritischen Alter herausgewachsen, beim Nandu etwa nach dem 3. Monat, sind Laufvögel sehr robust und wenig krankheitsanfällig.

Sollte jedoch trotzdem einmal ein Tier erkranken, gerade bei Seuchen ist man vor Einschleppung nie gefeit, so sollen die hier aufgeführten Daten helfen, gemeinsam mit dem Tierarzt eine Lösung zu finden.

Und nochmals der Hinweis in eigener Sache, ich bin Zootechniker, kein Tierarzt ! Sollten also berechtigte Anmerkungen oder andere Erfahrungen zu dem Folgenden sein, bitte mailen !

 Allgemeine Labordaten von Straußen

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) über 14 000 Anzeichen akuter oder chronischer Infektionen
     
Hämatocrit 30 - 40 % junge Tiere noch niedriger als erwachsene, insgesamt unter dem anderer Vogelarten
     
Rote Blutkörperchen 12 - 15 niedriger als bei anderen Vogelarten
     
Kalzium und Magnesium   junge Tiere niedriger als erwachsene
     
Gesamtprotein, Harnsäure, Kalium   junge Tiere höher als erwachsene
     
Trigliceride über 400 bei fetteren Tieren
     
Kalzium über 14 bei Legestraußenhennen
     
     
Bluttests helfen, um Infektionen , Dehydratisierung oder Anämie festzustellen. Serumtests (Glukose, Harnstoff etc. nutzen, um Organfunktionen, Elektrolytprobleme oder Behandlungseffekte zu untersuchen.
     
Erwachsener Strauss    
     
Leukozyten (Weiße Blutkörperchen) 103/ ul 5,5
Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) 106/ ul 1,5
Hämatokrit (prozentualer Anteil aller Bestandteile von Zellen am Gesamtvolumen des Blutes) % 30 - 40
Hämoglobin (Roter Blutfarbstoff) g/dl 12 - 15
Trigliceride 106/ ul 1,7
     
Albumin g/dl 1,3 - 2,5
Bilirubin (Gallenfarbstoff) µmol/L 6,0
BUN (Harnstoff) mg/dl 1,2 - 1,8
Cholesterol mg/dl 82 - 97
Glukose mg/dl 215 - 245
Phosphor mg/dl 4,4 - 5,2
Chlorid mEq/L 100
Calcium mg/dl 9,5 - 13
Gesamtprotein g/dl 3,7 - 4,7
Triglycerid mg/dl 90 - 130
Urea (Harnstoff) µmol/L 0,4
Harnsäure µmol/L 460 - 490

Umgang mit den Tieren

Tragen Sie bitte immer angemessene Schutzkleidung und feste Stiefel, nehmen Sie Uhren etc. ab, damit sich bei einem Tritt das Tier nicht an Ihnen verfängt.

Küken lassen sich relativ leicht hochnehmen und fixieren (jedoch nie am Hals hoch nehmen), Tiere von 4 Monaten bis 1 Jahr treibt man idealer Weise in eine kleine Ecke und hält sie dann fest, ausgewachsene Tiere bekommen für Untersuchungen am besten eine Haube auf, dann sind sie ruhiger, lassen sich auch auf den Boden setzen. Ideal ist natürlich ein extra Behandlungsstand.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie zu zweit ins Gehege gehen, vor allem in der Balz- und Brutsaison. Hetzen Sie die Tiere nie, besonders Emu´s überhitzen leicht, versuchen Sie deshalb, die Tiere in der kühleren Tageszeit einzufangen. Ein abgedunkelter Raum beruhigt sie ebenfalls schnell.

Um die Tiere heranzuholen, werden mitunter Schäferhaken genutzt, was sehr gut hilft, ist ein kräftiger Stock in Form eines "Y", so kann man den kräftigen Hals und damit das ganze Tier von sich weg drücken. Haben Sie keine andere Möglichkeit, so greifen Sie den Hals und ziehen Sie ihn nach vorn und unten, so werden Tritte nach vorn verhindert und Sie kommen von dem Tier weg.

Bei Straußen kann es helfen, wenn Sie sich flach auf den Boden legen, falls Sie nicht mehr vom angreifenden Tier weg kommen. Er wird auf Ihnen herumtrampeln können, jedoch verhindern Sie so die weitaus gefährlicheren Tritte.

Positionieren Sie Ihre Beine und Füße bei Nandu´s oder Emu´s außen neben den Füßen Ihres Vogels, um harte Schläge und Tritte gegen Ihre Beine zu verhindern (Emu´s z.B. haben einen harten, leicht gezahnten Rand an der Rückseite, welcher bei Schlag sehr schmerzhaft ist). Stehen Sie hinter dem Tier, drücken Sie mit einer Hand auf den Rücken und packen mit der anderen Hand fest die Beinfalte, welche sie leicht hochziehen, so kann man ebenfalls Schläge verhindern. Die ersten Minuten werden sehr anstrengend sein, da die Tiere versuchen zu kämpfen.

     
Um die Tiere ruhig zu stellen, kann eine Haube übergezogen werden. Helfer sollten hinter dem Tier stehen, um nicht getreten zu werden Zur Unterstützung kann unter das Steißbein gegriffen werden, um das Tier heran zuschieben.
     
Ist das Tier ruhig, lassen sich Gesamteindruck, Haut, Gefieder, Kopfhaltung, Augen, Schnabel, Nasen- und Ohrenöffnung, Schnabelinneres (feucht, keine Beläge, Bläschen etc.), Betastung des Körpers, Magens von außen, Kloake, Beine, Atemfrequenz (3 - 5 mal /min. Jungtiere 10 mal schneller), Herzschlag, Urinproben (orange bis rot durch Porphyrinpigment gefärbt, grünlich bei Muskel- und Lebererkrankungen) und Blutproben genauso vornehmen, wie Impfungen und andere Behandlungen.

Blutproben - Natriumheparin ist das bevorzugte Antigerinnungsmittel allgemeine Antikörperuntersuchungen sind bei Straussen derzeit noch nicht möglich, Krankheiten lassen sich jedoch sehr gut über Blutproben feststellen, die Kanülen zur Untersuchung sollten so klein wie möglich gewählt werden, das Tier ist gut zu fixieren.

Um die Vene zu punktieren oder einen Katheder zu legen, ist bei allen Altersstufen die Hautulnare auf der Flügelinnenseite und die mittlere Ader des Metatarsus zu empfehlen. Die Jugulare soll nicht benutzt werden, weil sich leicht Hämatome bilden, bei Bewegungen des Tieres reißt sie auch leicht. Die rechte ist stärker als die linke entwickelt.

Das Blut wird dann mit der Spritze aus der Vene gesaugt oder mit Hilfe der Kanüle in einem Röhrchen aufgefangen. Die Menge richtet sich nach der Körpergröße des Tieres. Als Richtwert gelten ca. 2 ml/kg Körpergewicht als ausreichend. Mindestens sollte jedoch 1 ml entnommen werden, z.B. bei Jungtieren.

     
mediale Metatarsalvene mediale Metatarsalvene
mediale Metatarsalvene
     
Hautusulnarvene Ulnarvene
     
Hautulnarvene adultes Tier Ulnarvene adultes Tier

Injektionen sollten in die Halsfalte hinter dem Kopf, bei kleinen Mengen in der Leiste, um den Bürzel seitlich der Mittellinie oder in die Innenseite der Flügelmuskeln erfolgen.

Sollten die Vögel mit Medikamenten ruhig gestellt werden müssen, so überlassen Sie dies einem erfahrenen Tierarzt.

Diese Liste erfasst Daten zu Medikamenten, deren Wirkung auf Laufvögel bekannt ist:

 

Anästhesie:

 

Laufvögel - Isofluran per inhalationem

 

Anästhesieprotokoll der Wahl (Ludders 1990; Goelz 1990), besonders bei kritischen Patienten (Wheeler 1993). Im Gegensatz zum Halothan konnten mit Isofluran keine Veränderungen des Herzrhythmus und der Herzfrequenz festgestellt werden (Goelz 1990).


Emu: MAC 1,115% (Pollock 2001)
Strauss: Einleitung: 3 - 5% (Pollock 2001)

 

 

Anästhesie:

 

Laufvögel - R/S-Ketaminhydrochlorid

 

intramuskulär:


Ketamin

Emu: Sedation: 25 mg/kg Ketamin (Grubb 1983)
Emu: Anästhesie: Initial 25 mg/kg Ketamin, dann alle 10 min 5 - 8 mg/kg Ketamin i.v. (Grubb 1983)

 

intramuskulär:

Ketamin-Xylazin

Strauss: 0,45 mg/kg Ketamin und 25 mg/kg Xylazin (Pollock 2001)

 

intramuskulär:

Ketamin-Xylazin-Acepromazin

Strauss: 34 mg/kg Ketamin, 0,2 mg/kg Xylazin und 0,1 mg/kg Acepromazin (Pollock 2001)


intravenös:


Ketamin-Xylazin

Strauss: 2 - 5 mg/kg Ketamin und 0,25 mg/kg Xylazin (Pollock 2001)

 

 

Anästhesie:

 

Laufvögel (Jungtier) - Tiletamin
 

intramuskulär:
 

Tiletamin-Zolazepam

2,5 - 5 mg/kg Tiletamin und 2,5 - 5 mg/kg Zolazepam (Pollock 2001)
 

Laufvögel (Alttier) - Tiletamin
 

intravenös:
 

Tiletamin-Zolazepam

0,5 - 4 mg/kg Tiletamin und 0,5 - 4 mg/kg Zolazepam (Pollock 2001)


Emu: Anästhesie: 1,7 - 2,45 mg/kg Tiletamin und 1,7 - 2,45 mg/kg Zolazepam (Acke 2003)

Nandu: 1,5 - 2,9 mg/kg Tiletamin und 1,5 - 2,9 mg/kg Zolazepam (Acke 2003)

Strauss: 1,15 - 2 mg/kg Tiletamin und 1,15 - 2 mg/kg Zolazepam (Acke 2003)

Hinweis: Zur Sedation vor der intravenösen Injektion kann bei Strauss, Emu und Nandu Xylazin (1,06 - 2,03 mg/kg i.m.) und Butorphanol (0,1 - 0,55 mg/kg i.m.) verabreicht werden (Acke 2003).

 

 

Laufvögel - Xylazinhydrochlorid

 

intramuskulär:

 

Sedation

1,06 - 2,75 mg/kg Xylazin und 0,1 - 0,55 mg/kg Butorphanol, beim Nandu müssen die höheren Dosierungen verwendet werden (Pollock 2001)


1,06 - 2,03 mg/kg Xylazin und 0,1 - 0,55 mg/kg Butorphanol, bei Emu, Nandu und Strauss zur Sedation vor einer intravenösen Injektionsanästhesie mit Tiletamin/Zolazepam (Acke 2003)

Anästhesie

Strauss: 25 mg/kg Xylazin und 0,45 mg/kg Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 5 - 10 mg/kg Xlyazin und 2 - 3 mg/kg Ketamin i.v. (Pollock 2001)
Strauss: 0,2 mg/kg Xylazin, 34 mg/kg Ketamin und 0,1 mg/kg Acepromazin (Pollock 2001)
Strauss: 0,15 mg/kg Xylazin, nach 15 min 0,15 mg/kg Carfentanil i.v., ermöglicht Intubation (Cornick 1992b)

 

intravenös:

 

Anästhesie

Strauss: 0,25 mg/kg Xylazin und 2 - 5 mg/kg Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 1 mg/kg Xylazin und 5 mg/kg Ketamin, nach 10 min 12 - 17 mg/kg Alphaxalon/Alphadolon, Anästhesiedauer: 30 - 40 min (Gandini 1986)

 

 

Laufvögel - Medetomidinhydrochlorid

 

intramuskulär:

 

Leichte Sedation

Kasuare: 0,26 - 0,31 mg/kg, antagonisierbar mit Atipamezol (Westcott 2002)

Starke Sedation

Kasuare: 0,38 - 0,54 mg/kg, antagonisierbar mit Atipamezol (Westcott 2002)
Strauss: 4 - 8 mg Medetomidin und 8 - 9 mg Ethorphin, Induktionszeit 8 Minuten (Sedation nur kurz) (Ostrowski 1995)

 

 

Laufvögel - Diazepam


intravenös:


Sedation

0,1 - 0,3 mg/kg (Pollock 2001)

Anästhesie

Strauss: 0,25 mg/kg Diazepam, ca. 15 - 30 min danach 2 - 5 mg/kg Ketamin (Pollock 2001)
Strauss: 0,22 - 0,33 mg/kg Diazepam und 4,4 - 6,6 mg/kg Ketamin; die Einschlafphase kann sehr unruhig sein (Cornick 1992b)

 

 

Laufvögel - Carfentanil-Citrat


intramuskulär:
 

Strauss: zur Sedation vor Inhalationsnarkose: 0,3 mg/kg (Cornick 1992b)

Cave: Carfentanil kann beim Strauss zur starker Atemdepression bis Apnoe führen (Cornick 1992b)


intravenös:


Carfentanil-Xylazin

Strauss: 0,5 mg/kg Xylazin i.m. und 0,15 mg/kg Carfentanil 15 min nach der Xylazinapplikation (Cornick 1992b)

Cave: Carfentanil kann beim Strauss zur starker Atemdepression bis Apnoe führen (Cornick 1992b)

 

 

Laufvögel - Propofol


intravenös:


Allgemeinanästhesie nach Prämedikation mit Ketamin/Medetomidin: 3 mg/kg, Erhaltung der Anästhesie mit 0,2 mg/kg/min (Allen 2005)
Strauss: Einleitung: 3 mg/kg, Erhaltung: 0,2 mg/kg/min (Pollock 2001)

 

 
Wirkstoffdaten: Universität Zürich, Institut für Veterinärpharmakologie und -toxologie
 
 

Kasuar

 

nur Sedation!

 

oral:

 

Acepromazin Granulat 5 mg/kg (Stefan,1990)

 

 

Kasuar

 

Ketamin 7,5-18 mg/kg

 

Traumatisierungen in der Aufwachphase möglich (Stefan,1990)

 


Kasuar

 

starke Sedation , Exzitationen

 

Ketamin 20-50 mg/kg (Heidenreich und Wissdorf, 1978)

 

 

Kasuar

 

Ketamin 740 mg/Tier

 

Dosis fraktioniert über 50 Min. appliziert

 

Ataxien, unbefriedigende Toleranz und Relaxation (Seidel, 1991, unveröffentlicht)

 

 

Kasuar

 

Etorphin plus 12 mg/Tier

 

Ketamin 300 mg/Tier

 

lange Residualwirkung, trotz Naloxon (Stoskopf et al., 1982)

 

 

Kasuar

 

Etorphin plus 0,1 mg/kg

 

Nachdosierung von 300 mg (Ensley et al., 1984)

 

 

Kasuar

 

Ketamin 6,5 mg/kg

 

Ketamin pro Tier nach 15 Min., danach 0,75% - 1 % Halothan

 

 

Kasuar -

 

Xylazin plus  1 mg/kg
Ketamin plus 5 mg/kg
Etorphin plus 0,017 mg/kg
Azepromazin 0,07 mg/kg

Nachdosierung von 0,5 mg/kg Xylazin plus 2,5 mg/kg Ketamin nach 15 Min. (Goltenboth, 1995, unveröffentlicht)

 

Kasuar

 

schnelle Immobilisation

 

intramuskulär:

 

5-8 mg/kg  (200-250 mg/Tier) Tiletamin und Zolazepam (Tuest®, Parke Davis)

 

Die Injektion erfolgt mittels Blasrohr in den Oberschenkel.

Nach ca. 3 - 8 Min. kamen sie ohne Zeichen von Konvulsionen in Seitenlage zum Liegen.

Nach 5-10 Min. konnten die Tiere in eine Inhalationsnarkose überführt werden mit 1,5-3 Vol. % Isofluran bei einer Flussrate von 4 - 5 I Sauerstoff/Min.

Die Applikation von Isofluran erfolgte bis unmittelbar zum Ende der Untersuchung.

Die Aufwachphase der Tiere verlängert sich auf 10 -20 Min., somit ist eine sichere Überführung der Tiere in den Aufwachraum möglich.

Herzfrequenz (70 - 90 Schläge/min) und die Atemfrequenz (10 -13 Züge/Min.) waren über den gesamten Zeitraum der Narkose (40 -70 Min.) konstant und gleichmäßig.

 


Als besonders vorteilhaft erwiesen sich der schnelle Wirkungseintritt von Tiletamin und Zolazepam sowie die kurze Aufwachphase mit geringer Residualwirkung des Anästhetikums.

 

Cornick und Jensen (1992) berichteten über ähnliche Erfahrungen bei Straußen. Die Anwendung von Ketamin, dem derzeitigen Injektionsnarkotikum der Wahl in der Vogelmedizin (Fowler, 1978), hat sich bei Kasuaren nur bedingt bewährt (Seidel, unveröffentlicht). Um eine vollständige Immobilisation zu erreichen, mussten sehr hohe Dosen appliziert werden Dabei kam es trotzdem zu unerwünschten Nebenwirkungen (Ataxien, Exzitationen oder Konvulsionen), die sowohl in der Initial- wie auch in der Aufwachphase zu Traumatisierungen führen können (Stefan. 1990)

 

Stoskopf et al. {1982) berichteten. dass Etorphin von Kasuaren bis zu einer Dosis von 10 mg/Tier ohne Wirkung toleriert wurde oder lediglich Koordinations-Störungen bei den Tieren zu beobachten waren Auch ohne Applikation eines Antidotes hielt die Wirkung meist nur sehr kurze Zeit an.

 

Samour et al. (1990) machten die gleichen Beobachtungen bei Straußen und schlussfolgerten. dass Ratiten prinzipiell in der Lage sind, Etorphin sehr schnell zu metabolosieren. Die Kombination von Etorphin und Ketamin erbrachte dagegen befriedigende Ergebnisse (Ensley et al. 1984; Stoskopf et al. 1982).
 

Quelle: Verh.ber. Erkrg. Zootiere (1997) 38.

Aus dem Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Direktor: Univ. Prof. Dr. R. R. Hofmann), im Forschungsverbund Berlin e.V.,
dem Institut für Tierzucht und Tierhaltung mit Tierklinik (Direktor: Prof. Dr. G. v. Lengerken) an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
dem Zoologischen Garten Halle (Direktor: Dipl.-Biol. A. Jacob),
dem Zoologischen Garten Berlin (Direktor: Dr. H. Frädrich)
und dem Tierpark Berlin-Friedrichsfelde (Direktor: Dr. B. Blaszkiewitz)

Immobilisation und Transintestinale Sonographie bei Kasuaren

F. Göritz, Th. Hildebrandt, R.  Hermes, J. Thielebein, T. Spretke, R. Göltenboth und B. Seidel
 

 

Weitere, in der Dosierung bekannte Medikamente sind u.a.:

 

Cefalexin, ein Antibiotikum, welches u.a. seinen Einsatz bei bakteriellen Infektionen im Bereich der der Atemwege, Harn- und Geschlechtsorgane,  aber auch der Haut und des Weichteilgewebes findet.

 

Laufvögel - Cefalexin


intramuskulär:


15 - 22 mg/kg 3 × täglich, ausser Emu (Pollock 2001)
 

Emu: 35 - 50 mg/kg 3 - 4 × täglich (Pollock 2001)
 

Laufvögel - Cefalexin-Monohydrat


oral:


Emu: 35 - 50 mg/kg 4 × täglich (Tully 1997; Bush 1981b)

 

Clindamycin, ein Antibiotikum, welches u.a. gegen Streptokokken, Staphylokokken, Anaerobier und, höher dosiert, gegen Toxoplasmen eingesetzt wird.

 

Laufvögel - Clindamycinhydrochlorid
 

oral:
 

Strauss: 5,5 mg/kg 3 × täglich (Pollock 2001)

 

 

Doxycyclin, ein Antibiotikum, welches u.a. zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Infektionen der Harnwege und des Magen-Darm-Traktes verwendet wird, aber Vögel sind während der Therapie auf sekundäre Hefeinfektionen zu überwachen (Tully 1997). Kalzium- und magnesiumreiches Futter reduzieren die Resoprtion von Doxycyclin stark. Deshalb sollte während einer Therapie kein Muschelkalk verabreicht werden (Kaleta 1999).

 

Laufvögel - Doxycyclinhydrochlorid (Doxycyclinhyclat)
 

oral:
 

2 - 3,5 mg/kg 2 × täglich (Pollock 2001)

 

 

Piperacillin, ein Breitbandantibiotikum gegen gramnegative Stäbchen, Enterobakterien und Anaerobier. Einsatz u.a. bei Haut- und Weichteilinfektionen, Infektionen nach Unfällen, bei chirurgischen Eingriffen und infizierten Verbrennungen.

Laufvögel - Piperacillin


intramuskulär:


25 mg/kg (Coles 1997a)

 

 

Sulfamethoxazol ist ein Antibiotikum , welches u.a. bei der Bekämpfung von Harnwegsinfekten und Lungenentzündungen eingesetzt wird.

Laufvögel - Sulfamethoxazol


oral:


Bakterielle Infektionen

- 17,5 mg/kg Sulfamethoxazol und 3,5 mg/kg Trimethoprim 2 × täglich (Pollock 2001)

 

 

Trimethoprim wird als Einzelsubstanz im Wesentlichen zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfekten, aber auch gegen Infektionen der oberen Luftwege eingesetzt. Die Kombination mit Wirkstoffen, wie Sulfamethoxazol erweitert das Wirkspektrum unter anderem auf Protozoen wie Toxoplasma gondii oder den Pilz Pneumocystis jirovecii. Die feste Kombination von Trimethoprim und Sulfamethoxazol ist als Cotrimoxazol (kurz Cotrim) bekannt.


Laufvögel - Trimethoprim
 

oral
 

Trimethoprim/Sulfonamid

Siehe oben Sulfamethoxazol
 

 

Tylosin ist ein bakteriostatisches Antibiotikum, bei Vögeln u.a. gegen Atemwegsinfektionen eingesetzt. Bei Vögeln wird die intramuskuläre Injektion nicht empfohlen, da dies zu Nekroseherden an der Injektionstelle führen kann (Hatt 2005).
 

Laufvögel - Tylosin


intramuskulär:


3 - 5 mg/kg 2 × täglich (Pollock 2001)


Emu: 17 mg/kg 1 × täglich während 7 Tagen (Pollock 2001)
Emu: 25 mg/kg 3 × täglich (Locke 1982)


oral:


5 - 10 mg/kg 3 × täglich (Pollock 2001)

 

 

Carbenicillin, ein Antibiotikum gegen gram-negative Keime wie Pseudomonaden.

Laufvögel - Carbenicillin


intravenös:


- 11 - 15 mg/kg alle 8 h (Pollock 2001)

 

 

Fenbendazol ist ein Breitband-Anthelminthikum gegen Fadenwürmer (Nematoden) und Bandwürmer (Cestoden), Anwendung nicht während der Legeperiode (Hatt 2004), der Mauser oder der Aufzucht der Jungtiere (Nolan 1994).

 

Laufvögel - Fenbendazol
 

oral:
 

Nematoden

Strauss: 15 mg/kg (Van Miert 1994a)

 

 

Mebendazol ist ein Anthelminthikum gegen Nematoden und manche Bandwürmer.

Laufvögel - Mebendazol


oral:


Strauss: 5 - 7 mg/kg (Pollock 2001)

 

 

Flucytosin ist ein Antimykotikum, Einsatz u.a. bei Aspergillose oder Candida.


oral


Laufvögel: 80 - 100 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)

 

 

Amitraz ist ein Mittel gegen Ektoparasiten wie Milben und Insekten.

Laufvögel - Amitraz


topisch:


Läuse

Strauss: 0,025%ige Amitrazlösung auf das Tier sprühen, ca. 2,5 Liter Lösung pro Tier verwenden, Wiederholung nach 10 Tagen (Pollock 2001)

 

 
Wirkstoffdaten: Universität Zürich, Institut für Veterinärpharmakologie und -toxologie

Um die Körpertemperatur festzustellen, kann man ein Ohrthermometer nutzen, um die Tiere wenig zu stressen, bei Emu´s liegt diese zwischen 37,8 - 39,4°C, über 40,5°C sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

 

Virenerkrankungen und bakterielle Infektionen

 

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