Der afrikanische Strauss (Struthio camelus) ist mit bis 3 m Höhe und einem Gewicht von über 150 kg der größte aller Vögel.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Straußes ist Afrika, insbesondere Ost- und Südafrika. Fünf Unterarten können unterschieden werden: Der Zulu-Strauß (Struthio camelus australis) hat in Südafrika sein Zuhause, der Mali- oder Berber-Strauß (S. c. camelus) in Nordafrika, der Massai- Strauß (S. c. massaicus) in Ostafrika, die Heimat des Somali-Straußes (S. c. molybdophanes) liegt in Äthiopien, Nordkenia und Somalia, der Arabische Strauß (S. c. syriacus) ist seit ca. 1966 ausgestorben.

Struthio dmanisensisDie Vorfahren des Straußes waren von Spanien bis hin nach China verbreitet. Ausgrabungen von Skelettresten des Riesenstrauß Struthio dmanisensis in Dmanisi, Georgien, belegen die Ausbreitung bereits Ende des Pliozän (vor ca. 1,8 Mill. Jahren) aus Afrika, bedingt durch das milde Klima in Europa.

Seit 7.500 Jahren wird der Strauß vom Menschen geschätzt. Beweise dafür findet man in Felsmalereien in der Sahara, die vor 5.500 v.Chr. entstanden, oder in Felsgravuren aus dem Pleistozän (12000 - 8000 v.Chr.), die bereits Straußen zeigen, welche bejagt werden.

 

 

Oberschenkelknochen, Struthio dmanisensis    

Strauss, Höhlenmalerei

Belogradcik, Bulgarien, ca. 8000 v.Chr.

Felsgravuren aus dem Tadrart Acacus, Algerien, Pleistozän

Straußenjagd, Airé Soroba, Mali, Neolithikum

Twyfelfontein, Brandberg, Namibia, ca. 1000 v.Chr.

Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina, Sizilien, Italien ca. 300 n.Chr.

Gelegentlich wurden Strauße geritten oder vor kleine Wagen gespannt. So ließ sich Ptolemaios II. (308 - 246 v. Chr.) bei einem großen Festumzug in einem Wagen von acht Straußen ziehen, während seine Gemahlin auf einem Strauß ritt. Da die Vögel aber kaum einen ausgewachsenen Reiter tragen können, wird es sich hier nur um gelegentliche Schaustellungen gehandelt haben. Auch vom Mästen der Strauße für die festliche Tafel wird berichtet. Im Mittelalter schmückten Straußenfedern die Helme der Ritter. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. setzten sich Straußenfedern dann als Modeschmuck in Frankreich durch. Etwa zur selben Zeit begann man in Südafrika mit der Haltung von Straußen, deren Federn alle 2 - 3 Jahre für den Verkauf geschnitten wurden. Die in Europa verkauften Straußenfedern stammten jedoch noch bis in die erste Hälfte des 19. Jh. von in Nordafrika und Arabien erlegten Wildstraußen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in Afrika Strauße zu domestizieren. Um der Nachfrage nachzukommen, wurden die Strauße in Farmen gezüchtet, so gelangte auch eine verwilderte Population nach Australien. Das damalige Hauptaugenmerk der Züchter war vorrangig auf die Eigenschaften der Federn gerichtet. Mittlerweile haben sich die Zuchtziele geändert. Die Fleischqualität steht heute an erster Stelle.

Straussenreiter 1928, Los Angeles Ostrich Farm 3609 Mission Road, Los Angeles, Calif.

bitte Kamera drücken, Video 1941, Los Angeles Ostrichfarm wird geladen

"Hurricane", 1914 der schnellste Trabrennstrauß, 804 m in 1,07 min

Wenn man an den Lebensraum eines Straußes denkt, stellt man sich diesen oft als offene Savanne, trockene, pflanzenarme Sandfläche oder als Wüstengebiet vor. Das ist richtig, er kommt jedoch auch im schwer überblickbaren "Dickbusch" und im felsigen, zerklüfteten Bergland vor. Der Strauss ist sehr anpassungsfähig, was vor allem die Temperaturen betrifft.

Massaistrauss Struthio camelus, Rothalsstrauss

Massaistrauß                                             Rothalsstrauß

Strauße haben einen langen Nacken und einen rosa oder blau gefärbten, überwiegend nackten Hals, auf dem ein kleiner, platter Kopf mit großen glänzenden Augen sitzt. Der gerade, vorne abgerundete Schnabel besitzt einen Hornaufsatz. Die Nasenlöcher befinden sich in der Mitte der Schnabelmitte. Die bis zu den Augen reichende Kinnlade ist biegsam.  Strauße besitzen einen kugelförmig wirkenden Körper. Beim Hahn ist er entweder schwarz oder dunkelblau gefiedert, wobei der Bauch weiße Federn hat. Das Gefieder der Henne ist einfarbig graubraun und hat nur wenige schwarze Federn. Der Strauß hat sehr lange Beine mit einer kräftigen Laufmuskulatur und einem langen Lauf, dieser ist geschuppt und fleischfarben. Die Höchstgeschwindigkeit des Straußes beträgt etwa 70 km/h. Als Anpassung an die hohe Laufgeschwindigkeit besitzt der Fuß nur zwei Zehen, dies ist bei keinem anderen Vogel so. Merkmale StraußDaher steckt der Strauß bei Gefahr auch nicht den Kopf in den Sand, sondern flüchtet oder tritt mit enormer Kraft (140 kg/cm²) zu, wobei seine Krallen zu erheblichen Verletzungen führen, welche tödlich enden können.

Seine kleinen Flügel sind kaum erkennbar. Sie dienen nur zur Balz und zum Schattenspenden.

Strauße sind in Bezug auf ihren Lebensraum zwar anpassungsfähig, bevorzugen aber offene Weideflächen, wo sie ihre Schnelligkeit und guten Augen am besten einsetzen können.  Der Strauß frisst vorwiegend Körner, Gräser, Kräuter, Früchte, gelegentlich aber auch Insekten und andere kleine Tiere Er kann ohne Wasser nicht überleben, daher nutzt er wasserspendende Pflanzen in Trockenzeiten. Wenn er viel Nahrung zu sich nimmt, fördert das die Fortpflanzungsbereitschaft. Der Strauß hat keinen Kropf und wie die anderen Vögel keine Zähne, deshalb frisst er feste Dinge (Steine, gelegentlich sogar Schuhe), um die Nahrung, die in seinem Magen liegt, damit wie mit Mahlsteinen zu zerkleinern. Normale Körpertemperatur beträgt 39,3 ° C. Die maximale Herzschlagfrequenz eines Strauß beträgt 178 Schläge pro Minute, in Ruhe etwa 60 - 70.

Es gibt keine festen Brutzeiten, sondern der Strauss richtet sich nach dem Nahrungsangebot. Je nach Örtlichkeit und Gegebenheit hat der Hahn entweder eine oder mehrere Hennen, die alle ihre Eier in ein gemeinsames Nest legen. Jede Henne legt bis zu acht Eiern, wobei ein Ei etwa 160 x 130 mm groß ist und 800-1600 g wiegt, die von beiden Geschlechtern bebrütet werden. Zuchtstrauße können bis zu 100 Eier im Jahr legen. Die Eier, die für viele Tiere eine verlockende Mahlzeit darstellen, werden sehr gut verteidigt. Ein gut gezielter Fußtritt eines Strauss kann Knochen brechen, in der Wildnis meistens ein Todesurteil. Nach 42 Tagen schlüpfen die Küken. Sie folgen ihren Eltern, bei Gefahr ducken sie sich auf den Boden und sind durch ihre Tarnfärbung gut geschützt. Die Jungen sind nach einem Jahr so groß wie die Eltern, nach 2 - 3 Jahren geschlechtsreif. Strauße haben eine Lebenserwartung von ca. 50 bis 70 Jahren.

Straussenruf Straußenruf

Die wirtschaftlich bedeutendsten Straußenarten Afrikas sind (zool.:) Struthius camelus camelus in Nordafrika, Red- Neck Ostrich (zool.:) Struthius camelus massaicus, sehr aggressiver Typ mit 170 kg Gewicht, Blue- Neck Ostrich (zool.:) Struthius camelus molybdophanes in Somalia, mit 160 kg Gewicht, South African Black ( Struthius camelus var. domesticus), friedlich, mit 120 kg, hoher Legeleistung und weltweit am häufigsten gehalten und (zool.:) Struthius camelus australis in Südafrika. Heute nimmt Straußenfleisch in Zeitalter von BSE und Schweinepest immer mehr an Bedeutung zu, ebenfalls das Leder, in Afrika werden auch Straußenrennen mit Jockeys veranstaltet.

Straussenarten

Außerhalb Afrikas wird die Straußenzucht vor allem in Australien, Israel und den USA betrieben. Die Aufzucht von Straußen ist nicht ganz leicht. Die Vögel benötigen ein großflächiges Wildgehege. Etwa 1 Hektar pro Straußenpaar wird als optimal angesehen. Nach deutschen Anforderungen steht einem Trio 1000 m² und für jede weitere Henne zusätzliche 200 m² Weide- und Auslauffläche zu. Für einen zusätzlichen Hahn werden weitere 800 m² Weidefläche gefordert.
Idealer Weise sollten die klimatischen Bedingungen den natürlichen Ansprüchen der Tiere genügen. Allerdings können sich Strauße auch an kältere und feuchtere Wetterbedingungen anpassen.

Zur Mast bestimmte Jungtiere erreichen ein Schlachtgewicht von 75 bis 100 kg. Der Fleischanteil beträgt durchschnittlich 45 Prozent. Straußenfleisch ist sehr fettarm und hat einen niedrigen, durchschnittlichen Cholesteringehalt von 60 mg pro 100 g Fleisch. Wie bei flugunfähigen Vögeln nicht anders zu erwarten, ist die Keule das Teilstück mit der größten Fleischausbeute. Die Brust ist verhältnismäßig klein. Das dunkle braunrote Fleisch ähnelt im Geschmack und Aussehen dem Rindfleisch. Straußenfleisch hat keine sichtbare Marmorierung zudem erinnert die Faserstruktur eher an Putenfleisch als an Rindfleisch. Das Fleisch ist insgesamt zart und saftig.

South African Black

Red Neck

Blue Neck

South African Black Red Neck Blue Neck
 

 

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